TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Ihr habt ein Problem oder eine technische Frage? Bitte stellt Anleitungen aber in die FAQ!
Antworten
leon_gt2
Benutzer
Beiträge: 67
Registriert: So 28. Jul 2019, 15:16

TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von leon_gt2 »

Hallo ihr lieben!

Meiner Einschätzung nach wird es ja immer schwieriger, entsprechende Umbaumaßnahmen STVO-Komform zu bekommen. Ich persönlich habe noch garkeine Erfahrungen damit, und würde mich da gerne mal nach eurem Rat erkundigen. Aktuell habe ich zwei Sciroccos, einer befindet sich (mehr oder weniger) im Aufbau. Bj. 1982, kein Kat. Also sind Umbaumaßnahmen abgastechnisch wohl einfacher? Er ist noch im Serienzustand. Mein Daily-Scirocco (Bj. 1991 G-Gat JH) hat bereits einige Umbauten am Motor. Dazu gehören 268° Nocke von Dbilas, aufgeweitete Kanäle, höhere Verdichtung durch Planen, Ansaugbrücke angepasst und Krümmer, ebenfalls bearbeitet, vom DX mit umgeschweißtem Hosenrohr, sodass der Kat bleiben konnte. Ich würde gerne wenigstens einen Teil davon eintragen lassen. Marke Eigenbau wie der Auspuff könnten wohl schwierig werden. Sind aber ja noch originale VW-Teilenummern drauf, also erstmal nicht so offensichtlich. Könnte man bei der Kopfbearbeitung Glück haben? Sind solche Einzelabnahmen überhaupt ohne ein aufwändiges Abgasgutachten machbar? Sind Gutachten eventuell mal erstellt worden und lässt sich damit ein Umbau noch eintragen, wenn man an ein solches drankommt? Wie gehe ich da am besten vor?
Benutzeravatar
Stephan
Beiträge: 12676
Registriert: Fr 1. Okt 1999, 20:17
Wohnort: Braunschweig

Re: TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von Stephan »

Es ist leider so wie immer und überall heutzutage. Entweder Du baust es einfach rein und erzählst nix davon oder Du versuchst den ganzen langen Weg. Wenn es kein Gutachten dazu gibt, dann ist der Weg auch bei unseren alten Roccos der Gleiche. Also Leistungsgutachten, Abgasgutachten und dann irgendwann eine Eintragung.
Praktisch gesehen wird niemand eine 268° Welle feststellen und ob Du Dir wegen 5PS den ganzen Aufwand machen willst...

Eigenbauauspuff aus Zubehörteilen kannst Du vergessen.
MfG,
Stephan


Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht vom Auge zum Ohr verlaufen...
(Walter Röhrl)
leon_gt2
Benutzer
Beiträge: 67
Registriert: So 28. Jul 2019, 15:16

Re: TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von leon_gt2 »

Das stimmt schon, feststellen wird wahrscheinlich keiner den Umbau. Für viele Vergaserumbauten samt Kopfbearbeitung gibt es Gutachten, anscheinend wird sowas aber nicht für die breite Masse beim JH angeboten. Dürften ja mittlerweilen etwas mehr als 5PS+ sein ;) Wollte ihn die nächsten Wochen mal beim Degenhardt auf die Rolle stellen, mal schauen, ob er die Leistung vom DX erreichen oder sogar knacken kann ;)
Benutzeravatar
cekey
Erfahrener Nutzer
Beiträge: 3387
Registriert: Fr 5. Apr 2002, 12:07

Re: TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von cekey »

Hi
ist wohl besser, wenn du dich bei den etablierten Tunern durchfragst, für was die bereits Abnahmen haben. Sonst kannst dein Abgasgutachten machen. So viel wie bei dir anders ist sieht das der Polizist der "Auto Poser" Truppe.

Ich glaub nur nicht das für die Basis Jh viel gemacht wurde.

Was meines erachtens immer geht und viel bringt ist das abdrehen vom Schwung auf Minimalmaß. Hatte das beim Jh, nun beim ABF. Dreht einfach schneller hoch, somit bessere Beschleunigung. Nachdem das aber nicht die Leistung erhöht, sehe ich da kein Problem.

Sonderauspuff baut dir Kerscher Tuning, hab ich einen drunter
leon_gt2
Benutzer
Beiträge: 67
Registriert: So 28. Jul 2019, 15:16

Re: TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von leon_gt2 »

Die Autoposer-Truppe gibt es zum Glück bei uns nicht ;) einzig sichtbar ist eben der DX-Krümmer und das umgebaute Hosenrohr. Da stehen jedoch originale VW-Nummern drauf und es blinkt einen nix aus Edelstahl an, außer die Anlage nach Kat, die aber zugelassen ist. Mit der Nocke ist der Leerlauf nahezu wie Serie. Ich könnte mal bei Escher nachfragen. Die sind bei uns mehr oder weniger um die Ecke
Benutzeravatar
Stephan
Beiträge: 12676
Registriert: Fr 1. Okt 1999, 20:17
Wohnort: Braunschweig

Re: TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von Stephan »

Ich vermute ich hab es schon mal erwähnt. Aber ich sags gerne nochmal. Ich habe über die Jahre wirklich massiv viel Geld in Saugertuning gesteckt,
viele verschiedene Motoren im Rocco gehabt und mit Nockenwellen, Ansaugungen, frei programmierbaren Einspritzanlagen usw. gearbeitet.
Das hat alles Unmengen an Geld gekostet.

Rückblickend mein Tip, als wirklich gut gemeinten Ratschlag: Wenn Du Leistung haben willst und das legal sein soll, bau Dir einen 1,8T Motor ein. Lass den Eintragen und mach ein Chiptuning, idealerweise auch mit Eintragung drauf. Erstens sind die Kosten hier überschaubar. Zweitens hast Du danach deutlich mehr und haltbare Leistung, als Du über das Saugertuning jemals erreichen wirst und Drittens ist so ein Motor eine wirklich gute Basis, wenns dann nochmal mehr werden soll.
Man lernt beim Saugertuning eine Menge, das ist überhaupt keine Frage. Rein finanziell ist es nicht sinnvoll und legal ist das heute alles kaum noch zu bekommen.

Variante 1: Ein AGU Umbau - mit ME3.8.3 - ist ziemlich einfach zu realisieren. Sollte mit 02A Getriebe gefahren werden.
Variante 2: Ein neuerer 1,8T mit ME7 - braucht EGas und 2 Lambdasonden, ist schwieriger zum laufen zu bekommen, geht aber auch alles. Ist abstimmungstechnisch aber komfortabler.
Bremse wäre in jedem Fall die vom 16V als Minimum. Motorhalter gibt es inzwischen sogar schon zu kaufen. Der Umbau an sich ist relativ gängig in der Szene. Ach ja, mehr als 180PS sollte man hier erstmal nicht ansteuern, wegen der Eintragung. Ideal wäre der 150PS Motor. Entweder also AGU oder AUM, ggf ARZ.

Solltest Du dich irgendwann entscheiden, sowas in Angriff zu nehmen, kannst Du mich gerne ansprechen.
MfG,
Stephan


Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht vom Auge zum Ohr verlaufen...
(Walter Röhrl)
leon_gt2
Benutzer
Beiträge: 67
Registriert: So 28. Jul 2019, 15:16

Re: TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von leon_gt2 »

Vielen lieben Dank, das werde ich mir definitiv für die Zukunft merken. Ich habe einfach das Gefühl, dass ein 1.8T nicht zu so einem Auto passt. Ich finde es gerade beim Saugertuning so reizend, das letzte PS aus dem Motor herauszukitzeln, der ursprünglich mal für das Fahrzeug vorgesehen war. Die Motorcharakteristik gefällt mir auch besser. Ich brauche keinen Scirocco mit 200PS+, dass ich meinen GT2 umbaue, war auch garnicht geplant. Nachdem ich einen Defekt am Kopf hatte, musste ein Neuer her und in dem Zuge habe ich hier übers Forum direkt einen bearbeiteten gefunden. Er war komplett und in einem guten Zustand, die Nummer hat mit 100€ gekostet (+ einmal sauber planen). An eine neue Nocke und Auspuff bin ich auch sehr günstig rangekommen. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden, Vmax GPS zwischen 197-203km/h, je nach Wetter und Autobahn mit einigermaßen geradem Stück. Mehr werde ich an dem Auto nicht umbauen. Für entsprechende Vergaserumbauten wird nach meiner Recherche doch noch einiges mit TÜV angeboten. Da ich überlege, meinen GT, den ich mir aktuell restauriere, auf 16V umzubauen, bietet sich das an. Einen KR haben wir mittlerweilen seit fast 20 Jahren in der Garage stehen. Der braucht langsam mal neues Leben. Wobei es auch seinen Reiz hätte, nen 82er GT original zu halten (Bis auf ein in den 80er Jahren eingebautes Glashubdach :D )
Benutzeravatar
Claas-GT
Beiträge: 3603
Registriert: Fr 31. Mär 2006, 23:00
Wohnort: Kreis Gifhorn

Re: TÜV und Saugertuning - Was ist heute noch möglich?

Beitrag von Claas-GT »

Eine weitere Stimme für Stephan seinen Ratschlag.

Es macht wirklich mehr Sinn den Motor (und die dazugehörigen Komponenten) zu tauschen.

Bei aller Liebe zum Sauger-Tuning, aber wie Stephan schon schrieb, wer einen "Leistungsstarken" und beständigen Motor haben möchte, steckt ordentlich Geld rein. Früher sagte ma, das man je PS einen Hunni reinsteckt. Also für 10 PS sind es schon 1000 Euro.
Wenn man es ordentlich machen will, versteht sich.
IMG-20190113-WA0015.jpg
Das Setup habe ich mal für kleines Geld von einem Polo 86C übernommen. Laut Rechnungen (aus den 90er Jahren) von Sorg steckten da 6000 DM drin.
Und das um einen 75 PS (GK Motor) auf ca. 100 PS hoch zu züchten.
An dem Motor war aber mehr gemacht worden, als nur Nocke und Weberlein.
Hinzu kamen dann noch die Kosten für den Umbau der Bremse und die Eintragung, bzw. Einzelabnahme.

Alternativ kann man auch einen Umbau auf G60 ins Auge fassen.
Dort muß man aber bedenken, das so ein G mehr Wartung bedarf als ein 1,8erT.
Aber man wird mit viel Fahrspaß dafür belohnt.

Umbau und Eintragungsgeschichte ist ähnlich wie beim AGU.

:bier: & :wink:
Antworten